Wichtige Informationen zur Typisierung und Stammzellenspende

 

Wir, das P-Seminar Biologie, haben gemeinsam mit unserer Lehrerin Frau Bleicher und der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) eine Typisierungsaktion am LWG auf die Beine gestellt, welche am 23.03.2019 in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr stattfinden wird. Da wir versuchen, möglichst vielen Menschen das Leben zu retten, werden wir uns natürlich alle selbst typisieren lassen und würden uns wahnsinnig freuen, wenn auch Sie uns helfen Leben zu retten und sich typisieren lassen. Alles was Sie über die Typisierung und Stammzellenspende wissen sollten, finden Sie auf dieser Seite und unserem Flyer.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit alles zu lesen und lehnen Sie es nicht von vornherein ab, denn auch Sie könnten neues Leben schenken!

Um Ihnen die ersten Hemmungen zu nehmen, habe ich, Gloria Schörgendorfer, ein Interview mit unserer Lehrerin Barbara Bleicher geführt, die selbst vor einigen Jahren Stammzellen an ihren Bruder gespendet hat und ihm somit das Leben retten konnte.

 

Hat man starke Schmerzen oder ist danach in irgendeiner Weise beeinträchtigt?

  • Das Unangenehmste können leichte Grippesymptome oder ein muskelartiger Schmerz im Gesäßbereich sein, danach sollte man sich einige Tage schonen, aber man wird währenddessen die ganze Zeit von Ärzten unterstützt

Hätten sie es auch für einen fremden Menschen gemacht?

  • Ja auf jeden Fall, einem Menschen eine zweite Chance zu geben ist etwas ganz besonderes

Wie viel Zeit muss man für die Spende aufwenden?

  • Im schlimmsten Fall hat man einen Krankenhausaufenthalt von einem Tag und zwei Nächten

Wie haben Sie sich typisieren lassen?

  • Über das Blut, das ist die sicherste und eindeutigste Methode 

Wie bereitet man sich am besten auf eine Spende vor?

  • Man sollte nur darauf achten, dass man nicht krank wird

Was sollte man sich besonders vor Augen führen, wenn man hin- und hergerissen ist?

  • Man rettet wirklich das Leben eines anderen Menschen, da weiß man, für was man lebt

Welche Risiken gibt es?

  • Vor der Spende wird man gründlichst medizinisch untersucht, damit etwaige Risiken für den Spender und für den Empfänger vermieden werden können

Warum sollte man Spender werden?

  • Wenn man sich noch unsicher ist, könnte man sich damit motivieren, dass man diesen Menschen, dessen Leben man gerettet hat, später einmal kennenlernen kann und sehen kann, was man für ein wertvolles Geschenk gemacht hat, das wertvollste Geschenk der Welt, das Leben!

Was kostet die Typisierung?

  • Die Typisierung ist für Sie völlig kostenlos. Die Stiftung AKB muss allerdings die dabei anfallenden Registrierungskosten von 35 EUR je neu aufgenommener Person aufbringen.

    Da diese Kosten weder vom Staat noch von den Krankenkassen getragen werden, müssen sie aus Spendengeldern bezahlt werden. Über eine Geldspende ist die Stiftung AKB daher immer dankbar, weil sie nur so ihre Arbeit fortsetzen kann! 

Was wird bei der Typisierung gemacht?

  • Bei den Typisierungsaktionen ist ein Team von ausgebildeten Blutabnehmern anwesend. Sie nehmen jedem, der sich registrieren lassen möchte, ein kleines Röhrchen mit Blut ab, welches dann zur Untersuchung ins Labor geschickt wird. Daraus werden die Gewebemerkmale, die bei Spender und Patient bestenfalls zu 100 % übereinstimmen sollten, bestimmt.

Was, wenn ich als Spender ausgewählt werde?

  • Wenn ein Stammzellspender im Rahmen einer Fremdspendersuche für einen bestimmten Patienten in die engere Auswahl kommt, müssen erneut die Gewebemerkmale von Patient und Spender verglichen werden. Zu diesem Zweck nimmt ein Mitarbeiter der Stiftung AKB persönlich Kontakt mit dem Spender auf. Der Spender wird gebeten, sich beim Hausarzt nochmals Blut abnehmen zu lassen. Gleichzeitig werden mit Hilfe eines Fragebogens zunächst telefonisch der Gesundheitszustand sowie die medizinische Vorgeschichte des Spenders erfragt. Neben der erneuten und vollständigen Bestimmung der relevanten Gewebemerkmale werden dann erstmals auch wichtige andere Parameter untersucht, die für die Eignung/Auswahl des am besten passenden Stammzellspenders entscheidend sind.

    Geeignete und damit für den Patienten infrage kommenden Stammzellspender werden zunächst für drei Monate reserviert. Diese Spender sind während dieses Zeitraums im weltweiten Spendernetz nicht für andere Patienten verfügbar. In der Regel trifft der Arzt des Patienten innerhalb der drei Monate die Entscheidung, welcher Spender tatsächlich Stammzellen spenden soll und welche Art der Stammzellen benötigt wird (Knochenmark oder periphere Blutstammzellen). Abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten kann es aber passieren, dass der Reservierungszeitraum verstreicht, ohne dass es zur Transplantation kommt. In jedem Fall wird der Spender durch die Mitarbeiter der Stiftung AKB über den weiteren Verlauf informiert.

    Der letzte und wichtigste Schritt vor der tatsächlichen Spende ist die gründliche medizinische Voruntersuchung des Spenders. Diese dient einerseits dem Schutz des Spenders durch Vermeidung erkennbarer Risiken und anderseits der Verhinderung der Übertragung lebensbedrohlicher Infektionen auf den Patienten.

Wie läuft die Stammzellspende ab?

  • Ca. zehn Tage vor der eigentlichen Spende wird das Immunsystem des Patienten zerstört. Bis er durch die Stammzellen ein neues Immunsystem bekommt, ist seine Lage kritisch. Schon eine kleine Infektion ist gefährlich, ein Rückzieher des Spenders kann zu diesem Zeitpunkt tödlich sein.

Es gibt zwei Arten der Stammzellspende.

  • Periphere Spende (direkt aus dem Blut): häufigste Methode in 80% der Fälle

An den vier Tagen vor der Entnahme wird der Spender mit einem Medikament behandelt, das die Überproduktion der Stammzellen anregt unddafür sorgt, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut übertreten. Dabei können grippeähnliche Symptome auftreten. Die Entnahme der Stammzellen, die mit einer Dialyse vergleichbar ist, erfolgt ambulant und dauert ca. vier bis fünf Stunden.

Bei der Peripheren Blutstammzellspende werden die Stammzellen durch einen Zellseparator aus dem Blutkreislauf abgesammelt.

  • Punktion des Beckenkamms (Knochenmarkspende/ wird nicht mehr so häufig angewendet):

Die Entnahme der Blutstammzellen aus dem Beckenkamm dauert ca. eine Stunde und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Spender wird am darauf folgenden Tag wieder aus der Klinik entlassen. Die benötigten Blutstammzellen befinden sich im Knochenmark des Beckenkamms. Das Rückenmark im Wirbelkanal hat damit nichts zu tun!

Die für den Spender anfallenden Kosten sowie der Verdienstausfall des Spenders werden von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern übernommen.
Von der Aufnahme bis zur Nachsorge nach der Spende werden alle Stammzellspender immer von demselben Team gründlich beraten und persönlich betreut.

Schultypisierung

Je jünger ein Spender ist, wenn er sich in das weltweite Spenderregister aufnehmen lässt, desto länger steht er im Laufe seines Lebens als potenzieller Lebensretter zur Verfügung. Darüber hinaus werden junge Spender bevorzugt zur Stammzelltransplantation angefordert, da ihre Stammzellen nachweislich bessere Erfolgsaussichten haben einen Patienten zu heilen, als die eines älteren Spenders. Aus diesen Gründen freut sich die Stiftung AKB, wenn sie Typisierungsaktionen zusammen mit Schulen durchführen kann.

Bitte helfen Sie uns Leben zu schenken!

 

Liebe Grüße,

das P-Seminar Biologie des Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen