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Eindrücklicher Vortrag zur Kindereuthanasie

Am 13. Januar 2026 wurde den Schülerinnen und Schülern der Klassen 9a und 9c am Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen auf beklemmende Weise vor Augen geführt, wohin menschenverachtendes Denken führen kann.
Der Historiker Thomas Felsenstein, welcher seitens der stellvertretenden Schulleiterin Dr. Angela Nüsseler begrüßt wurde, war zu Gast, um über die nationalsozialistischen Verbrechen an Kindern zu sprechen – ein Thema, das weit über historische Fakten hinausging und viele nachhaltig bewegte.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand nicht nur das Wissen über die sogenannte Kindereuthanasie, sondern vor allem die Frage nach Verantwortung, Erinnerung und moralischer Haltung. Anhand konkreter Einzelschicksale machte Felsenstein deutlich, dass sich hinter abstrakten Zahlen reale Menschenleben verbergen – Kinder, denen ihre Würde systematisch abgesprochen wurde. Die Auseinandersetzung mit originalen Quellen und regionalen Bezügen verlieh dem Thema eine besondere Unmittelbarkeit.
Wie eindrücklich der Vortrag wirkte, brachte Schülerin Magdalena Beslmeisl (9a) auf den Punkt:
„Ich fand den Vortrag informativ und sehr interessant, aber vor allem eindrücklich und beklemmend. Mir ist noch einmal bewusster geworden, wie unmenschlich zur Zeit der Nazis gehandelt wurde und wie wichtig Erinnerung und Aufklärung zu diesem Thema sind.“
Gerade diese emotionale Betroffenheit zeigte, wie wichtig solche Begegnungen für die historisch-politische Bildung sind. Der Vortrag machte deutlich, dass die nationalsozialistische Ideologie nicht plötzlich entstand, sondern auf bestehenden Ausgrenzungsmechanismen aufbaute – und dass Aufklärung notwendig bleibt, um ähnliche Denkweisen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.
Abschließend wurde der Blick auf die Gegenwart gelenkt: Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortwährender Auftrag. Der im Grundgesetz verankerte Schutz der Menschenwürde wurde dabei als zentrale Lehre aus der Vergangenheit hervorgehoben – und als Verpflichtung, die auch heute Verantwortung von jeder Generation einfordert.
Stephan Köser und Madeline Rohrmann
Bilder: © Stephan Köser

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